Die Bedeutung christlicher Feste

oder: richtige Antworten für den Mikromann

Die Advent- und Weihnachtszeit ist voll von Festen, Bräuchen und Gedenktagen, die auch noch von vielen Menschen begangen werden.
Aber ich möchte heute das einzige Fest dieser Zeit herausgreifen, das eigentlich gar nicht adventlich ist und das heuer auch noch ein bisschen unter den Tisch fällt, da es auf den Sonntag, den zweiten Adventsonntag fällt. Ich denke an den 8. Dezember, der alle Jahre wieder zur Diskussion anregt, ob die Geschäfte offen lassen sollen oder nicht, bzw. inzwischen ist es sogar schon erwähnens- und bewerbenswert, dass an diesem Feiertag die Geschäfte einer großen Supermarktkette geschlossen bleiben.

Der 8. Dezember also, Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria.
Dieses Fest und auch sein Name sagt uns einige wichtige Dinge über Maria, Dinge, die von vielen als nicht so wichtig belächelt oder ausgeklammert werden, die wir aber nicht so einfach wegschieben sollten.

Erstens: Hochfest
Dass dieser Tag ein Hochfest ist, sagt uns, dass Maria ein so wichtiger Mensch ist, dass ihr Fest ein besonderes Gewicht, eine besondere Bedeutung hat. Nicht einfach Fest, nein, Hochfest. Maria ist für uns Vorbild, Helferin, Begleiterin. Jeder von uns kann sich dessen
sicher sein. Als Mutter von Jesus hat sie auch uns, seine Brüder und Schwestern, genau im
Blick. Wenn wir sie feiern, denken wir daran und danken ihr dafür.

Zweitens: Ohne Erbsünde empfangen
Das ist schwierig. Wahrscheinlich auch deswegen, weil der Begriff der Erbsünde irgendwie aus der Mode gekommen ist. Dabei ist er gerade für uns Menschen des 21. Jahrhunderts sehr greifbar geworden. Ich kann mir keine Jeans, kein Handy, keinen Computer und vieles
mehr kaufen, ohne mitschuldig zu werden an der Ausbeutung der Menschen und der Natur in Drittweltländern. Wir stecken drinnen in diesem Geflecht aus Schuld, ob wir wollen, oder nicht. Genau das sagt Erbschuld. Von Geburt an sind wir in diesem Netz gefangen und müssen uns bemühen, es nicht zu vergrößern. Wir alle, bis auf Maria. Sie hat Gott, weil sie die Mutter seines Sohnes werden sollte, aus diesem Netz der Schuld herausgenommen. Sie sollte ganz frei sein für Jesus.

Drittens: Jungfrau
Wie viel ist über die Jungfrau Maria diskutiert worden, wie viele Theologen und Atheisten haben sich darüber erhitzt und die Köpfe zerbrochen. Heute reden wir nicht mehr all zu viel darüber. Aber trotzdem soll auch dieser Titel uns etwas über Maria sagen: sie wird nicht einfach Mutter, weil sie von einem Mann schwanger wird. Gott wirkt an ihr, ihm hat sie sich ganz überlassen. Damit ist sie Vorbild für alle Menschen, die sich in Gottes Dienst stellen, sich ihm auch überlassen.

Viertens: Gottesmutter
Auch über diesen Begriff wurde unter den Theologen viel diskutiert. Er sagt uns: Als Jesus als Kind zur Welt kam, war er ein normales kleines Baby, aber er war auch Gottes Sohn, ganz Gott. Maria ist also die Mutter Gottes, wir nennen sie mit Recht so.

Noch ein letztes ist wichtig zum 8. Dezember, nämlich, warum er in Österreich doch ein besonderes Gewicht hat. Nach dem Dreißigjährigen Krieg, in dem Wien verschont wurde, wurde er vom Kaiser als Dank an Maria zum Feiertag erhoben. In der Nazizeit wurde er als Feiertag verboten. Nach dem Krieg wurde Mariä Empfängnis, wie wir sagen, 1955 durch ein Volksbegehren, das von hunderttausenden Menschen unterzeichnet wurde, wieder als Feiertag eingeführt, als Dank an die Mutter Gottes für die Befreiung Österreichs.

Vielleicht sollten wir das nicht vergessen, wenn wir über diesen Tag und die Öffnungszeiten der Geschäfte diskutieren.

Übrigens: das Fest, das zum 8. Dezember gehört, feiern wir am 8. September, nämlich Mariä Geburt.

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