Sakramente und Sakramentalien

Der Arbeitskreis für stellt vor – eine Reihe aus unserem .

„Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen“. Mit diesen Worten endet die Eheschließung und kaum ein anderer Satz Jesu hat die Kirche in unserer Zeit und in unserem Land so herausgefordert, so gezwungen, Überlegungen über die pastorale Praxis im Alltag einer Pfarre anzustellen. Das der , das die Reihe über die Sakramente und Sakramentalien in unserem PFARRBRiEF fortsetzt, ist in unserer Zeit unmodern geworden. Immer weniger Paare heiraten, immer mehr lassen sich wieder scheiden, die wenigsten suchen für ihre Hochzeit die Kirche auf und nur ein Bruchteil von diesen will wirklich das Sakrament der Ehe eingehen, die anderen suchen meistens einen feierlichen Rahmen für den „schönsten Tag“ in ihrem Leben. Was also tun mit diesem so schwierigen Sakrament? Wie können wir uns annähern, wie können wir es verstehen lernen? Wie können wir seine Bedeutung in einer Zeit wieder hervorheben, in der die Menschen als Singles vereinsamen, die Familien zerbrechen, die Kinder in Patchworkfamilien ein neues Zuhause finden müssen? Wie kann man eine Tugend (allein dieses Wort ist ja schon unmodern) wie Treue bewerten in einer Gesellschaft, in der die Menschen immer mehr nach Selbstverwirklichung suchen, ihre eigene Freiheit suchen und dabei nicht beachten, dass sie damit oft die der anderen einschränken? Wie soll man all das tun, ohne diejenigen zu verurteilen, deren Beziehungen gescheitert sind, ohne die an den Rand zu drängen, denen es nicht (oder nicht mehr) gelingt, das Ziel der Treue für immer zu erreichen? Die Latte liegt hoch und die Herausforderung ist für alle, die sich in der Kirche mit dieser Thematik beschäftigen, groß.

Aber zurück zum Anfang, und das im wörtlichen Sinn: Am Anfang der Bibel, wo beschrieben wird, wie Gott die Erde erschaffen hat, heißt es bei der Erschaffung des Menschen, dass Gott ihn nach seinem Abbild geschaffen hat, dass er ihn als Mann und Frau erschaffen hat. Mann und Frau sind Abbild Gottes. Ihre Liebe zueinander ist Bild der Liebe Gottes zu den Menschen. Und Gott segnet ganz am Anfang diese Liebe zwischen Mann und Frau und bestimmt sie dazu, fruchtbar zu sein, Nachkommen zu zeugen, die Erde zu bevölkern. Der Absatz schließt damit, dass Gott sah, dass das, was er gemacht hatte, sehr gut war.

Das bedeutet, von Anfang an ist die Liebe zwischen Mann und Frau geheiligt. Und so, wie Gott die Menschen liebt, egal wer sie sind, was sie sind und wie sie sind, so sollen auch die Partner einander lieben, egal wie sie sich entwickeln und wohin der Weg des Lebens sie führt. Ein hoher Anspruch, einer, dem gerecht zu werden man viele Opfer bringen muss.

Aber im Denken der Kirche geht es noch einen Schritt weiter. Das Sakrament der Ehe ist ein Bild der Liebe Christi zu seiner Kirche, sie soll zeigen, wie Jesus sich vollkommen den Menschen hingegeben, sich ihnen geschenkt hat. Und umgekehrt stärkt das Sakrament die beiden Eheleute, einander mit derselben Liebe zu lieben, wie Jesus die Kirche liebt, in Treue zueinander zu stehen und den Weg des Lebens miteinander zu gehen.

Die Unauflöslichkeit der Ehe begründet sich aus genau diesen Tatsachen. Die Liebe Gottes zu seinem Volk ist unauflöslich, die Liebe Christi zu seiner Kirche ist unauflöslich, die Liebe der Eheleute, die dafür ein Bild ist, ist folglich genauso unauflöslich. Untermauert wird dieses Bewusstsein noch von dem anfänglich erwähnten Bibelzitat, in dem sich Jesus nachdrücklich für die Unauflöslichkeit der Ehe ausspricht.

Die Latte ist also hoch, wie soll man, wie kann man mit den Realitäten unserer Zeit vor diesem Hintergrund umgehen? Die Antwort ist einfach: so wie Jesus. In all seinen Begegnungen mit im Leben gescheiterten Menschen tut er das gleiche: er nimmt den Menschen liebevoll an und ermutigt ihn, ihm nachzufolgen. Aber er redet die Sünde, das Schlechte, das Gescheiterte nicht gut, was negativ, sündig ist, wird als solches gesehen und bezeichnet. So muss auch unsere Haltung sein. Jede Situation ist anders, jede Geschichte, die Menschen erzählen, ist anders. Unsere Aufgabe kann es nur sein, diejenigen, die trauern, die leiden, die suchen, die verzweifelt sind, anzunehmen und zu trösten, ihnen aufzuhelfen und sie zu unterstützen. Gleichzeitig müssen wir, gerade in unseren Tagen, an der Ehe als Sakrament, an der Ehe als Bild für die unauflösliche, unerschütterliche Liebe Gottes zu seinem Volk, festhalten. Das ist in einer Zeit, in der nichts mehr sicher zu sein scheint, notwendige Grundvoraussetzung, notwendiges Zeichen für den, der Halt geben kann.

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